< Vorheriger Artikel
05.04.2019 00:00 Alter: 107 days

Standards setzen

Automatisierte Standardberichte, die sich auf Knopfdruck generieren lassen und die wirtschaftliche Entscheidungsfindung erleichtern: Das ist der Wunsch vieler Krankenhausleitungen. Doch können standardisierte Berichte tatsächlich eine Aussagekraft für unterschiedliche Krankenhäuser und Fachabteilungen haben?


Die Digitalisierung und die Komplexität des Krankenhauses führen seit einigen Jahren immer häufiger zu einer Datenflut aus unterschiedlichen IT_Systemen. Angesichts dieser Vielfalt der möglichen Informationen und der damit einhergehenden Menge an unterschiedlichen Berichten ist es eine Herausforderung, sich einen Überblick über die Gesamtsituation zu verschaffen. Die Knappschaft Kliniken GmbH (KKG) als Managementverbund der knappschaftlichen Krankenhäuser nutzt ein DataWarehouse, das die Informationen aus allen Vorsystemen sowie allen Knappschaft Kliniken zentral bündelt. Diese werden tagesaktuell automatisiert unter Berücksichtigung von individuellen Berechtigungen dargestellt. Die Standardisierung von Berichten fördert die Vergleichbarkeit und spart Personalressourcen. Doch lassen sich alle individuellen Gegebenheiten in Standardberichten abbilden und ermöglichen diese so eine adäquate Steuerung? Es zeigt sich relativ schnell, dass Standardberichte der obersten Managementebene lediglich einen Überblick über die Gesamtsituation geben. Immer größer wird indes die Notwendigkeit, sich zum einen flexibel auf individuelle, politische und gesetzliche Rahmenbedingungen einzustellen und zum anderen auf die in Standardberichten erkannten Probleme flexibel zu reagieren. Die KKG verschafft sich dafür mithilfe des Steuerungsinstruments des Dashboards zunächst kurzfristig einen Überblick über alle entscheidungsrelevanten Kennzahlen. Das Dashboard stellt die Key-Performance-Indikatoren mithilfe eines visualisierten Kennzahlencockpits dar. In der Praxis hat sich gezeigt, dass eine Unterteilung in adressatengerechte Dashboards (beispielsweise getrennt für Geschäftsführung, Finanzleitung, Ärzte, Pflege) mit bereichsrelevanten Kennzahlen für die Steuerung notwendig ist. Durch die grafische Aufbereitung im Dashboard wird die Möglichkeit geschaffen, auf einen Blick zu überprüfen, in welchen Bereichen Handlungsbedarf besteht. Doch ein Problem mithilfe des standardisierten Dashboards zu erkennen, ist nur die halbe Miete. Anschließend sind in diesen Bereichen tiefer gehende Informationen mit flexiblen Detailanalysen zu ermitteln. Hierzu bietet das Dashboard die Möglichkeit, mittels eines Drill Cross flexibel in das gesamte Portfolio von Detailanalysen zu springen. Im Gegensatz zu standardisierten Reports können dabei sämtliche Zusatzinformationen generiert werden, die im Data-Warehouse hinterlegt sind. Die Transparenz und die Möglichkeit der flexiblen weitergehenden Analyse können dabei helfen, Entscheidungen zu treffen. Die Autorin, Saskia-Lana Leicht, arbeitet im Controlling der Knappschaft Kliniken GmbH und ist Referentin am 27. Juni 2019. auf dem 26. DKCT in Köln im Block "Operatives Controlling - von Controller für Controller". Der Text wurde in f&w/04 veröffentlicht.