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23.04.2020 23:12 Alter: 221 days

Digitalisierung als Mehrwert

Die Digitalisierung von Informationen und Prozessen schreitet in allen Bereichen unseres Lebensalltags voran und ist auch im deutschen Gesundheitswesen im vollen Gange. Betrachtet man ihren Reifegrad über alle Beteiligten hinweg im direkten Vergleich, so stellt man insbesondere im Klinikumfeld unterschiedliche Ausprägungen und eine sehr heterogene Ausbaustufe fest.


Die Digitalisierung von Informationen und Prozessen schreitet in allen Bereichen unseres Lebensalltags voran und ist auch im deutschen Gesundheitswesen im vollen Gange. Betrachtet man ihren Reifegrad über alle Beteiligten hinweg im direkten Vergleich, so stellt man insbesondere im Klinikumfeld unterschiedliche Ausprägungen und eine sehr heterogene Ausbaustufe fest.
Wo die einen bereits eine Vielzahl von Prozessen in die digitale Welt gehoben haben und der Wandel zum digitalen Krankenhaus im vollen Gange ist, so befindet sich noch auf der anderen Seite ein Großteil der Beteiligten am Anfang des Digitalisierungsprozesses und der Entwicklung einer passenden Unternehmensstrategie. Letztendlich muss man aber auch festhalten, dass nur dort ein digitaler Wandel vollzogen werden kann, wo auch entsprechende investive Mittel zur Verfügung stehen und die Digitalisierung nicht als Notwendigkeit, sondern als echter Mehrwert und Wettbewerbsvorteil, ungeachtet fehlender Fördermittel und Fonds, betrachtet wird. Aufgrund der stetig fortlaufenden Digitalisierung ist in den letzten Jahren ein Datenschatz innerhalb der einzelnen Kliniken herangewachsen, welchen es nun wertschöpfend zu verwenden gilt, um das Potenzial für die eigene Organisation zu heben. Neben den rein medizinischen Daten sind weiterhin auch abrechnungsrelevante Informationen von betriebswirtschaftlicher Bedeutung in großen Datenmengen für die Klinik vorhanden. Um aus der vorhandenen Informationsdichte kognitive Ergebnisse erzeugen zu können, bedarf es intelligenter Algorithmen und detaillierter Analysemechanismen zur hochqualifizierten Datenauswertung sowie entsprechende administrative Organisationseinheiten wie unter anderem die Controllingabteilung eines Krankenhauses, welche die Ergebnisse entsprechend interpretieren und verwerten können. 
Die Controlligabteilung 4.X wird möglicherweise zukünftig mithilfe von kognitiven intelligenten Assistenzsystemen präzisere und aussagekräftigere Forecasts und Trend analysen für die strategische Unternehmensausrichtung erstellen können. Grundsätzlich können relevante Fragestellung zur strategischen Unternehmensentwicklung in kürzester Zeit aufgezeigt und negative oder positive Entwicklungen frühzeitig erkannt und Muster aufgedeckt werden. Erprobte und etablierte Standardverfahren können automatisiert und der Feh lerquotient deutlich reduziert werden. Die KI gilt als spannendster Technologieansatz der nächsten Jahre und befindet sich im Be reich des Controllings noch an den Anfängen. Um hier nicht den Anschluss zu verlieren, soll te man sich möglichst früh mit der Thematik befassen, um etwaige Einsatzfelder für zum Beispiel regelbasierte Aufgabenstellungen zu identifizieren. Es muss perspektivisch damit begonnen werden, entsprechendes Knowhow in der eigenen Organisation aufzubauen. Insbesondere muss sich der Controller 4.X erweiterte technische Fähigkeiten, Statistikkenntnisse und auch KIbasiertes Anwendungswissen aneignen, um die neu geschaffenen Aufgaben bearbeiten zu können, welche bisher ohne KIgestützte Anwendung in diesem Umfang nicht möglich waren.

Der Autor, Dennis Knoop, ist Leiter des Betriebsteils KIT der Knappschaft Kliniken Service GmbH. Der Text erschien in der f&w 04/2020